Hochbelastbar. Widerstandsfähig. Präzisionsgefräst.
Stahl
Stahl-Frästeile (aus unlegierten und legierten Baustählen, Werkzeugstählen oder Vergütungsstählen) bilden das Rückgrat des Maschinen- und Fahrzeugbaus. Im Vergleich zu Edelstahl sind sie meist kostengünstiger, leichter zu zerspanen und bieten je nach Sorte eine extrem hohe Festigkeit oder Härtbarkeit. Sie benötigen jedoch zwingend einen Oberflächenschutz gegen Korrosion.
Wichtige Einsatzbereiche
Allgemeiner Maschinenbau: Maschinenbetten, Achsen, Wellen, Zahnräder und stabile Halterungen.
Werkzeug- und Formenbau: Formeinsätze, Stanzwerkzeuge, Führungsplatten und Matrizen.
Automobilindustrie: Hochbelastete Fahrwerkskomponenten, Getriebeteile und Motoranbauteile.
Vorrichtungsbau: Spannbacken, Grundplatten und präzise Aufnahmeelemente.
Häufig verwendete Stahllegierungen
S235JR (1.0037) / S355J2 (1.0577): Klassische Baustähle. Sehr günstig, gut schweißbar, aber weich beim Fräsen (neigen leicht zum Schmieren). S355 wird für höher belastete Konstruktionen gewählt.
C45E (1.1191): Der bekannteste Vergütungsstahl. Hervorragend zerspanbar, besitzt eine gute Grundfestigkeit und lässt sich nachträglich oberflächenhärten (Induktivhärten).
42CrMo4 (1.7225): Ein hochfester Chrom-Molybdän-Stahl. Wird meist im vergüteten Zustand gefräst. Ideal für hochbelastete Teile wie Wellen, Ritzel und Pleuel.
16MnCr5 (1.7131): Ein Einsatzstahl. Wird im weichen Zustand gefräst und nach der Bearbeitung einsatzgehärtet (extreme Oberflächenhärte bei zähem Kern).
1.2379 (X153CrMoV12): Hochlegierter Werkzeugstahl. Extrem verschleißfest, zäh und maßhaltig nach dem Härten. Der Standard für Stanz- und Schneidwerkzeuge.
Typische Oberflächenbehandlungen (Korrosionsschutz)
Brünieren: Erzeugt eine hauchdünne, schwarze Eisenoxidschicht. Bietet einen leichten Korrosionsschutz (geölt) und verändert die Maße des Bauteils nicht (ideal für Passungen).
Verzinken (Galvanisch / Feuerverzinken): Exzellenter Korrosionsschutz. Kostengünstig, führt aber bei dünnen Schichten zu Schichtdickenaufbau, der bei Toleranzen beachtet werden muss.
Nitrieren / Nitrokarburieren: Diffusionsverfahren, das die Randschicht extrem hart und verschleißfest macht, während gleichzeitig ein guter Korrosionsschutz entsteht (z.B. Tenifer-Verfahren).
Manganphosphatieren: Verringert den Reibungskoeffizienten, dient als Einlaufhilfe für bewegliche Teile (z.B. Zahnräder) und bietet temporären Korrosionsschutz.
Lackieren / Pulverbeschichten: Klassischer, robuster Dickschicht-Schutz für größere Gehäuse und Schweißkonstruktionen.
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